Ausstellung beendet und abgebaut

Alles hat ein Ende, auch diese Ausstellung wurde am 6. August 2017 geschlossen, nachdem sie aufgrund des großen Erfolgs verlängert worden war. Nun heißt es Gemälde abnehmen und magazinieren, Wände rückbauen und neu streichen, Raum für die nächste Ausstellung vorbereiten. Aber auch die Ausstellung resümieren, Rezensionen und Besucherreaktionen auswerten, eventuell Vorträge halten und nachbearbeiten, so dass für kommende Projekte die positiven Erfahrungen aufgenommen und die weniger geglückten Punkte beachtet werden können!

Wir wollen an dieser Stelle der 35. Oberschule, namentlich ihrem Direktor Herrn Bernd Haberkorn und der Kunstlehrerin Frau Örtel-Köpping, aber vor allem den Schülerinnen und Schülern danken! Wir danken herzlich auch den Künstlerinnen und Künstlern, die auf verschiedene Wege Anteil genommen haben an der Ausstellung, und Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern, für den Besuch der Ausstellung und den positiven, aber auch kritischen Reaktionen.

Der Feinschliff der Werktexte & die Besprechung der Öffentlichkeitsarbeit

Beim letzten Treffen ging es für die Jugendlichen ein letztes Mal in die Magazine des Museums. Vor den Originalen, die noch bis kurz vor der Ausstellungseröffnung am 29.03. an ihren Depotplätzen verbleiben, konnten sie ihre Werktexte diskutieren und bisher verborgene Details entdecken. In vielen Fällen gab es Überraschungen oder Ergänzungen. Es wurde deutlich, wie groß die Materialität der Kunstwerke ihre Wahrnehmung beeinflusst. Bei vielen Gemälden erkannten die Schülerinnen und Schüler die Besonderheiten der Bildsprache deutlicher als auf den Fotografien, die sie als Hilfestellung für die Erarbeitung der Texte mit nach Hause genommen hatten. Durch die Gruppenarbeit wurden die Texte außerdem nicht mehr nur durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums lektoriert, sondern wurden von den Jugendlichen untereinander kommentiert. Dabei entstanden neue Ideen und wurden bisher verborgene Perspektiven auf die verschiedenen Werke eröffnet. Nach einer letzten Überarbeitung werden die Texte demnächst an den Grafiker geschickt, der für die jungen Kuratorinnen und Kuratoren eine Broschüre mit einem professionellen Layout entwirft. 

Nach der Pause ging es mit einem anderen wichtigen Thema weiter: Der Öffentlichkeitsarbeit. Um für die Ausstellung zu werben, müssen die Schülerinnen und Schüler sich über die Verbreitung ihres Projektes Gedanken machen. Hierbei werden sie von Herrn Dittmer, dem Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Museum unterstützt. Gemeinsam mit ihm besprachen sie das Motiv ihres Plakats und der Einladungskarten für die Vernissage. Sie diskutierten etlichen Entwürfe und wählten schlussendlich eine Plakatvariante, die nicht ein einzelnes Gemälde in den Vordergrund rückt, sondern den Entstehungsprozess der Ausstellung sichtbar macht. Um gleichzeitig das Interesse der Betrachterinnen und Betrachter zu steigern, haben sie sich für eine monochrome aber auffällige Farbgestaltung entschieden.
Auch die Eröffnungsveranstaltung war Thema des letzten Termins. Die Schülerinnen und Schüler debattierten über ihre Vorstellungen und Wünsche und konzipierten den Ablauf der Veranstaltung. Wer wird sprechen? Welche Musik wird zu hören sein? Wie förmlich ist so eine Veranstaltung? Diese und viele weitere Fragen mussten diskutiert werden. Von Umsetzung können sich die Besucherinnen und Besucher am 29.03. ab 18:00 überraschen lassen. Bereits am Tag zuvor wird es für die Vertreterinnen und Vertreter der Presse um 11:00 eine Pressekonferenz geben, bei der die Jugendlichen Fragen zu ihrem Projekt beantworten werden.

Besprechung der Plakatentwürfe
Besprechung der Plakatentwürfe

Und für alle, die sich für die einzelnen Varianten interessieren, hier noch mal die zur Entscheidung stehenden Entwürfe:

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ddraufwaenden_28-02-1
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ddraufwaenden_02-01
ddraufwaenden_varianten_02_03_1

Auszeichnung erhalten

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Museum der bildenden Künste und der 35. Leipziger Oberschule erhielt im Rahmen des Programms „LernStadtMuseum in Sachsen“ eine Auszeichnung!

Gesucht wurden kreative Kulturprojekte, die das Museum zu einem einem ansprechenden Erlebnis- und Lernort für Kinder und Jugendliche machen. Die Ausstellung DDR im Blickwechsel erreicht dies in dem sie den Jugendlichen einen spannenden Einblick hinter die Kulissen gewährt und sie zudem als Macher einer eigenen Ausstellung zum selbstständigen Handeln anregt.

(http://www.lvz.de/Leipzig/Bildung/Blick-auf-DDR-Kunst-Freistaat-zeichnet-Leipziger-Oberschule-und-Bildermuseum-aus)

Vorspann: Die Kooperation zwischen Museum und Schule wird angebahnt

Im Frühjahr 2016 kam die Überlegung auf, eine Ausstellung zur DDR-Kunst zu machen, aber mal aus einem anderen Blickwinkel. Drei Ziele sollten verfolgt werden: Erstens sollte der große Bestand an DDR-Kunst, den wir sonst zu selten zeigen, wieder ins Bewusstsein gerückt werden. Zweitens sollte dies mit einem anderen Blick und einer anderen Vorgehensweise geschehen, als es bisher üblich. Und drittens sollten neue Formate der Kunstvermittlung und neue Ausstellungsmethoden ausprobiert werden, die sich nicht nur gezielt an jüngere Besuchergruppen richten, sondern diese auch aktiv in die Konzeption und Gestaltung einer Ausstellung integrieren soll.

Die sonst in Museen häufig übliche Trennung zwischen Kuratoren, in diesem Fall Frédéric Bußmann, und der Vermittlung, hier Margret Rost, wurden von vornherein aufgehoben, die Ausstellungsidee gemeinsam besprochen und auch überlegt, wer für eine Kooperation in Frage kommen könnte. Schnell war klar, dass wir uns eine Oberschule suchen wollten, mit Schüler*innen der 10. Klasse, in denen die DDR auch Thema im Schulunterricht ist. Aufgrund der langjährigen Erfahrung von Frau Rost mit verschiedenen Leipziger Schulen haben wir uns für die 35. Leipziger Oberschule in Gohlis entschieden. Die Kunstlehrerin Beate Örtel-Köpping der 35. Oberschule ist seit Jahren immer wieder mit ihren Schüler*innen ins Museum gekommen, der Direktor ging freundlicherweise auf die Einladung einer Kooperation ein und stellte Lehrerin und Schüler*innen für das Projekt vom Unterricht frei. Nach Klärung einiger technischer, organisatorischer und inhaltlicher Fragen und nach der Auswahl der 17 Schüler*innen,  die freiwillig daran teilnehmen, durch Frau Örtel-Köpping ging es los. Das Projekt konnte beginnen!