Ausstellungsrezeption und Rezensionen

Nach jeder Ausstellungseröffnung steht bei den Ausstellungsmacher_innen immer auch die Frage im Raum, wie kommt die Ausstellung an, wie wird sie wahrgenommen. Dabei ist die unmittelbare Reaktion auf eine Ausstellung durch die Besucher_innen vor Ort, während der Führungen oder auch im Gästebuch, das wir nun zum ersten Mal auch online zur Verfügung stellen, sehr wichtig, weil unmittelbar und authentisch. Daneben ist natürlich auch die mediale Rezeption wichtig, prägt sie doch ein Bild und eine Meinung der Ausstellung bei einer größeren Öffentlichkeit, die für die entfernte Wahrnehmung (und viellicht auch die Entscheidung, sich die Ausstellung anschauen zu wollen) nicht unerheblich ist. Über positive Kritiken freuen wir uns, aber auch die zweifelnden Anmerkungen sind wichtig. Mit Kritik umgehen zu können gehört zum Beruf jüngerer und erfahrenerer Ausstellungsmacher_innen und zum Selbstverständnis einer mit öffentlichen Geldern finanzierten Institution wie einem Museum. Je nach Niveau und Überzeugungskraft der Argumente (die leider nicht immer gegeben ist) helfen gerade die kritischen Stimmen der Selbstreflektion der eigenen Arbeit und können produktiv sein. Wir werden auf dieser Seite die erscheinenden Rezensionen und medialen Reaktion aufführen, ohne sie im Einzelnen zu kommentieren, da dies nicht das Forum dafür ist (ein direktes öffentliches Gespräch mit Kritiker_innen kann ein solches Forum bieten) und da den Leser_innen eine eigene Beurteilung überlassen bleiben soll. (Für Diskussionen und Anmerkungen zur Ausstellung, aber auch zu Rezensionen, kann gerne das Gästenbuch verwendet werden, auf das die Museumsmitarbeiter_innen auch reagieren werden.)

Die Ausstellung ist eröffnet!

Am 29. März um 18.00 Uhr wurde die Ausstellung feierlich eröffnet. Viele Menschen kamen ins Museum, um dabei zu sein und sich die Ausstellung erstmals anzuschauen. Die Veranstaltung begann mit den Reden von Dr. Skadi Jennicke (Kulturbürgermeisterin Leipzig), Bernd Haberkorn (Direktor der 35. Oberschule Leipzig), Alina Sabatowski und Anton Baumgardt (aus dem Team der Kuratorinnen und Kuratoren) sowie Dr. Hans-Werner Schmidt (Direktor Museum der bildenden Künste Leipzig). Das Ganze wurde feierlich eingerahmt von den beiden sehr jungen Musikerinnen Helene (Violine) und Wilhelmine (Klavier) Freytag. Die Eröffnungsrede von Frau Dr. Skadi Jennicke machte deutlich, wie sehr sie die Kuratorinnen und Kuratoren für Ihren Mut bewundert, dieses große Unterfangen der Ausstellung anzugehen. Sie freute sich außerdem über die intensive und differenzierte Auseinandersetzung mit der DDR. Ihre Rede war auch ein schönes Zeichen der Anerkennung der politisch Verantwortlichen in der Stadt Leipzig.

Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig
Alina Sabatowski und Anton Baumgardt

Danach konnten sich alle Besucherinnen und Besucher das Ergebnis von acht Monaten spannender aber auch anstrengender Arbeit anschauen – auch die Künstlerinnen und Künstler, die gekommen waren, um ihre Werke in der Ausstellung zu sehen.

Um 15.00 Uhr gab es bereits einen Presserundgang, bei dem die Kuratorinnen und Kuratoren, die Kunst-Lehrerin Frau Oertel-Köpping und Bernd Haberkorn den Pressevertretern ihre Ausstellung erläuterten und zu allen Fragen Rede und Antwort standen. Dabei konnte man auch erfahren, dass mit der Eröffnung der Ausstellung die Arbeit noch nicht getan ist – die Kuratorinnen und Kuratoren werden Führungen für Museumsbesucherinnen und -Besucher veranstalten und auch bei der Museumsnacht Halle–Leipzig am 6. Mai ihre Ausstellung vermitteln.

Presserundgang

Heute ist der große Tag: Presserundgang und Eröffnung

Heute um 15 Uhr laden wir alle Pressevertreter und die interessierte Öffentlichkeit zu einem Presserundgang durch die Ausstellung in Begleitung aller Schülerinnen und Schüler ein! Informationen für die Presse finden Sie hier. Die Pressebroschüre werden wir hier ebenfalls in Kürze einstellen. Die Eröffnung wird dann heute Abend um 18 Uhr stattfinden. Wir sind sehr erfreut, dass unsere Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke neben dem Direktor der 35. Oberschule Bernd Haberkorn und dem Direktor des Museums Dr. Hans-Werner Schmidt reden wird. Vor allem aber freuen wir uns auf die Begrüßung durch die beiden Jungkuratoren Alina Sabatkowski und Anton Baumgardt!

Und für alle, die es nicht erwarten können, hier die Liste der Künstlerinnen und Künstler, von denen wir Werke in der Ausstellung zeigen werden: Jost Braun, Dietrich Burger, Gudrun Brüne, Wolfram Ebersbach, Fritz Fröhlich, Albrecht Gehse, Monika Geilsdorf, Sighard Gille, Hans Grundig, Ulrich Hachulla, Bernhard Heisig, Werner Juza, Joachim Kratsch, Sabine Lessig, Wolfgang Mattheuer, Walter Münze, Gudrun Petersdorff, Günter Richter, Arno Rink, Günter Albert Schulz, Harald Schulze, Willi Sitte, Sabine Slatosch, Volker Stelzmann, Heinz Eberhard Strüning, Norbert Wagenbrett, Hannes H. Wagner, Doris Ziegler, Lothar Zitzmann.

Ausschnitt aus Norbert Wagenbretts "Mädchen auf der Straße", 1987

Letzte Sitzung: Stellen, diskutieren, Video aufnehmen

Heute war also die letzte Sitzung mit unseren Schülerinnen und Schülern, wir werden sie ja ein bißchen vermissen, unser jungen Kolleg_innen! Auf dem Programm stand heute der große, vielleicht der größte Augenblick, den man bei der Ausstellungsvorbereitung haben kann: das Stellen und Präsentieren der Kunstwerke im Raum! Alle Werke endlich zusammen, zum ersten Mal nicht am Modell oder Computer, sondern jedes einzelne Werke mit seiner ganzen physischen  und ästhetischen Präsenz! Mit allen Unperfektionen, mit allen Lebensspuren, die so ein Bild haben kann. Unsere Kollegen Magazinverwalter hatten die Gemälde freundlicherweise schon hochgestellt, so dass wir direkt loslegen konnten. Jede Gruppe sollte erst Mal alleine für sich ihre Bilder anschauen, sie wirken lassen, den Zusammenklang der Farben und Aussagen auf sich wirken lassen. Danach sind wir in der großen Gruppe Wand für Wand abgegangen, haben Wirkungen und Abstände diskutiert, die großen Erzählungen und die kleinen Geschichten gesehen, umgestellt, neuen Rhythmus und neue Spannungen gesucht! Es war eine sehr spannende, bisweilen angespannte, aber produktive und kreative Stimmung — und das, obwohl die Schüler_innen mitten in ihrer Prüfungsphase sind! Wir sind sehr stolz auf ihr Engagement!

Im zweiten Teil der Sitzung wurde es noch mal schwierig, der Spannungsbogen muss bis zum Ende erhalten bleiben: Videoaufnahmen für den Multimediaguide! Ein wirklich schwieriges Unterfangen, frei und locker vor der Kamera zu sprechen, inhaltlich auf den Punkt, dabei aber nicht langweilig oder belehrend, sondern persönlich, denn darum geht es: Sie sollen ein persönliches Bild von sich geben, ihren Blick auf die Kunst und die Ausstellung, nicht Gelerntes wiedergeben, sondern ihre eigenen Eindrücke, Gedanken und Gefühle … Das fiel nicht allen leicht, es wollten auch nicht alle vor die Kamera, was ich gut verstehen kann, aber es haben sich alle Mühe gegeben, ein gutes Bild zu geben. Wir sind gespannt, wie die Ergebnisse sind, mein Kollegen Sebastian Hainsch bearbeitet die Daten im Augenblick! Wir halten Euch auf dem Laufenden …

Termine, Termine, Termine: jetzt vormerken!

Bitte notiert Euch die nächsten Termine vor, nach der Eröffnung der Ausstellung am 29. März 2017, 18 Uhr:

Führungen, teilweise durch die Schüler_innen, am

  • 2. April, 11 Uhr
  • 4. April, 15 Uhr
  • 12. April, 18 Uhr
  • 4. Mai, 15 Uhr
  • 31. Mai, 18 Uhr

und vor allem, ganz wichtig und sehr spannend, weil unsere jungen Kurator_innen sich hier besonders einbringen werden:

  • 6. Mai 19 Uhr und 20.30 Uhr anlässlich der  Museumsnacht in Leipzig und Halle unter dem Motto „Zeig Dich“

Bitte schaut zur Sicherheit noch mal auf unserer Museumswebsite nach, falls sich doch noch ein Termin ändern sollte!

Schreiben, lesen, korrigieren: Broschüre und Wandtext

Nachdem wir uns vor einigen Sitzungen darauf verständigt haben, für die mediale Vermittlung eine kleine Broschüre, Wandtexte und einen Audioguide zu nutzen, haben sich unsere Jungkurator_innen hingesetzt und je zwei bis drei eigene Texte als Werkkommentare geschrieben. Diese Texte wurden dann von uns im Museum gegengelesen, korrigiert, ergänzt, verbessert, verwässert, verlängert, gekürzt, zurückgeschickt, abgestimmt, präzisiert, kurzum: lektoriert. Nachdem die Schüler_innen unser Lektorat freigegeben haben, wurden diese Text zum einen für die Broschüre genommen, die wir hier unten als Entwurfs-PDF wiedergeben (herunterzuladen hier), und zum anderen für die Wandtexte genommen. Die Broschüre wurde von unserem Grafiker Harald Richter aus Hamburg gestaltet, der unsere Arbeit im Museum seit einigen Jahren mit viel Kenntnis, Kreativität und Geduld begleitet.

Broschüre DDR auf Wänden

Die Wandtext wurden von uns mit den Schüler_innen noch mal umgeschrieben, gekürzt, vereinfacht, damit sie der Situation vor Ort angemessener sind. Auch die Wandtexte, die in der kommenden Woche zu farbigen Wandschildern produziert werden, geben wir hier wieder (http://ddr.museum.academy/wp-content/uploads/2017/03/DDR-auf-Wänden_Exponate_15-03.pdf). Die Farbe der Wandschilder nimmt die Farben der einzelnen Gruppen auf, die ursprünglich als ein Streifen auf der Wand zu sehen sein sollten. Aber dieser Farbstreifen hat sich als etwas zu aufwendig und kostspielig herausgestellt, so dass unser Grafiker Harald Richter diesen Vorschlag mit den farbigen Wandschildern machte. Bei der letzten Sitzung haben wir mit den Schüler_innen die verschiedenen Farben an der Wand getestet, auch die Typographie diskutiert und uns auf die hier wiedergegeben Version verständigt.

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Die Termine stehen und Broschüre, Einladungskarte und Plakate gehen in den Druck

Die Termine stehen: Die Eröffnung der Ausstellung findet am Mittwoch, den 29. März 2016, 18 Uhr statt, am Mittwoch Vormittag wird es einen Presserundgang mit allen Beteiligten geben!

Wir freuen uns sehr, dass mit Alina Sabatowski Anton Baumgardt zwei unserer Jungkurator_innen sich bereit erklärt haben, neben dem Direktor der 35. Oberschule, Herrn Bernd Haberkorn, und dem Museumsdirektor, Herrn Hans-Werner Schmidt an dem Abend ein paar Worte zu sagen. Das verdient große Anerkennung! Wir freuen uns auch,  dass unsere Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke ein Grußwort sprechen wird. Der Abend wird von den beiden jungen Musikerinnen Helene und Wilhelmine Freytag mit Violine und Klavier begleitet. Später wollen die Schüler_innen noch im Café Musik auflegen. Es wird abwechslungsreich!

Die Druckfahnen von Broschüre, Einladungskarte und des Plakats sind in Druck gegangen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse! Für alle, die sich dafür interessieren, stellen wir hier die PDFs zur Vorabansicht von Plakat und Einladungskarte ins Netz!

Also hier die Entwürfe zur Einladungskarte …

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… und zum Einladungsplakat, das aber noch korrigiert werden muß:

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Die Ausstellung bekommt Stimmen verliehen!

Ein ereignisreiches Treffen liegt hinter uns. Während sich die Broschüre, Einladungen und Plakate inzwischen in der Druckphase befinden, konnten die Jugendlichen ihrer Ausstellung heute im wahrsten Sinne des Wortes ihre Stimme verleihen. Im selbsteingerichteten Tonstudio wurden die Aufnahmen für den ausstellungsbegleitenden Audioguide angefertigt. Alle Schülerinnen und Schüler haben hierfür einen etwa einminütigen Clip eingesprochen, in dem sie ihre ganz persönliche Meinung zu dem von ihnen beschriebenen Gemälde äußern und erklären, inwieweit sie die Werke in ihrem Blick auf die DDR beeinflusst haben. Eine aufregende Erfahrung, die die Jugendlichen souverän gemeistert haben! Nach einer kurzen Vorbereitungszeit, in der sie sich gegenseitig befragen konnten und somit ein Gefühl für das freie Sprechen entwickeln konnten, wurden mithilfe von Kunstvermittler Sebastian Hainsch alle Beiträge innerhalb weniger Stunden aufgenommen und werden nun geschnitten und gemischt. Die Besucherinnen und Besucher können sich dann von den Stimmen der jungen Kuratorinnen und Kuratoren durch die Ausstellung begleiten lassen.

Besprechung der Audio-Clips
Besprechung der Audio-Clips

Ein weiterer kleiner Höhepunkt des Tages war ein Treffen zwischen den Jugendlichen und der Radioredakteurin Maxi Konang von Radio Leipzig, die für den Sender eine Reportage über die Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler während der Ausstellungsentwicklung erstellt. Sie interessierte besonders, mit welchen Erfahrungen und Gefühlen zur DDR sie in das Projekt gestartet waren und inwieweit sich ihre Meinung über das sozialistische Land, das sie nur Erzählungen und Geschichtsbüchern kennen, durch die Auseinandersetzung mit der Kunst dieser Zeit verändert hat. Insbesondere der unachtsame Umgang mit der Umwelt habe sie negativ beeindruckt, sagte ein Schüler dazu. Aber auch, dass es auch in der DDR Alltäglichkeit und vor allem Schönes gegeben habe, da sie bisher vorrangig Tristess und Unterdrückung mit dem Land verbunden hätten. Um möglichst viele Eindrücke und Stimmen zu sammeln, wird die Radioreporterin auch zur Pressekonferenz und Eröffnungsveranstaltung kommen, bevor sie ihren Beiträg fertig stellt.

Zusätzlich standen heute wieder organisatorische Punkte an, die nebenher geklärt werden mussten. So wurde das lang geplante und diskutierte Farbgestaltungskonzept doch noch geändert. Anstelle farbiger Streifen werden die Ausstellungsabschnitte nun durch verschiedenfarbige Objektschilder kenntlich gemacht werden. Insbesondere den Malern und Malerinnen, denen somit viele Stunden des Abklebens erspart bleiben, werden über diese Entscheidung glücklich sein. Bei unserem nächsten Treffen werden wir dann auf die verschiedenen Vermittlungsformate für die Ausstellung eingehen und uns mit der Fertigstellung von Videoclips befassen. Es bleibt also abwechslungsreich bis zur Eröffnung, die wohl ebenfalls für die ein oder andere Überraschung sorgen könnte!

Erste Eindrücke aus dem späteren Ausstellungsraum
Erste Eindrücke aus dem späteren Ausstellungsraum – noch beherrscht das Weiß die Wände.