Im Gespräch mit Sighard Gille

Am 12.01. ging es für die Schüler_innen weiter in der Ausstellungsplanung. Nach einer längeren Winterpause gab es viel zu besprechen und zu planen. Außerdem stand eine Begegnung der besonderen Art bevor: Die Jugendlichen sollten Gelegenheit bekommen, sich mit dem Künstler Sighard Gille zu unterhalten. Dieser wird gerade (30.10.2016-22.01.2017) in der Sonderausstellung ruhelos im Museum der bildenden Künste gezeigt und war bereits zu DDR-Zeiten künstlerisch tätig. Durch die Möglichkeit, sich direkt anhand seiner Originale mit seinem Schaffen auseinanderzusetzen und aus erster Hand Erfahrungen und Eindrücke über das Leben als Maler in der DDR zu sammeln, konnten die Schüler_innen sich auf einmalige Art und Weise mit dem Thema Kunst in der DDR vertiefen. 

Die Schüler_innen im Gespräch mit Sighard Gille
Die Schüler_innen im Gespräch mit Sighard Gille

Sighard Gille beantwortete viele persönliche Fragen zu seiner Person als Maler, ging aber auch auf die gesellschaftspolitische Dimension der bildenden Kunst in der DDR ein. Er beschrieb die Grenzen, denen er als junger Künstler durch die ideologischen und dogmatischen Vorstellung der Regierung ausgesetzt worden war. Im selben Atemzug erinnerte er sich an die Versuche, mit denen er und seine Malerkolleg_innen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig immer wieder kleine Ausbrüche aus dem eng abgesteckten Rahmen der kunstpolitischen Vorgaben wagten. Insbesondere die Kritik am politischen System und die stetige Zensur der persönlichen Meinungsäußerung sind wiederkehrende Motive seiner Malerei. Da Sighard Gille auch in der Ausstellung der Jugendlichen mit zwei Werken vertreten sein wird, war dieses Zusammentreffen nicht nur eine inspirierende persönliche Erfahrung für die Schüler_innen, sondern konnte ihnen viele Hilfestellungen und Anreize für ihre Ausarbeitung der Ausstellung liefern. Während des Gesprächs anwesend waren auch eine Redakteurin und ein Fotograf der Leipziger Volkszeitung, welche einen aufschlussreichen Artikel über das Projekt verfasst haben.

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Die ersten Werkkommentare

Beim ersten Treffen nach der Weihnachtspause haben wir uns einem sehr wichtigen Teil der Ausstellungsvorbereitung gewidmet, der Kommentierung der Kunstwerke. Über die Winterpause sollten erste Werktexte verfasst werden, nachdem wir ihnen im letzten Jahr noch eine Einführung in das Verfassen von Werkkommentare gegeben hatten. Als junge Nachwuchskurator_innen stehen sie vor der spannenden Herausforderung, alle von ihnen ausgewählten Werke selbst beschreiben und interpretieren zu müssen. Außerdem werden sie Führungs- und Vermittlungsformate entwickeln, mit denen sie den Besucher_innen der Ausstellung ihre eigens entwickelte Ausstellungsdramaturgie erklären werden. Um diese anspruchsvolle Aufgabe zu meistern, gibt es bei der Erarbeitung ihrer Texte immer wieder Unterstützung durch die begleitenden Mitarbeiter_innen des MdbK. Natürlich sollen die Texte nicht denen von ausgebildeten Wissenschaftlern, Kunsthistorikern oder Historikern gleichen, sondern Ausdruck der Jugendlichen sowohl mit Blick auf die Sprache als auch die Aussage bleiben. Wichtig ist aber, dass sie verständlich sind, strukturiert von der Beschreibung zur Interpretation gehen und die Perspektive der Jugendlichen auf die Gemälde aus der DDR-Zeit sind. Damit nehmen die Texte eine zentrale Stellung in der Ausstellungskonzeption ein, da die Jugendlichen hier direkt zu Wort kommen können. Die Texte sollen dann sowohl in einer begleitenden Broschüre als auch als Wandtexte im Raum Verwendung finden. In welcher Form darüber hinaus noch die Jugendlichen ihre Auseinandersetzung mit der DDR-Zeit vermitteln wollen, werden wir noch diskutieren. Schließlich stehen bald auch die Prüfungen in der Schule an!

Briefing
Besprechung der Werkkommentare