Feinjustierung der Werkauswahl

Nach den vorbereitenden Übungen zum Ausstellungsaufbau widmeten sich die Schüler_innen wieder der Aufgabe der vorigen Sitzung, der Verfeinerung der Werkauswahl! Nach den Magazinbesuchen, wo zunächst alles was relevant erschien, gesammelt wurde, hatten sie nun zu entscheiden, welche der dann vorausgewählten über 200 Werke in die Ausstellung kommen sollen. Ziel ist es, die Auswahl auf insgesamt etwa 40 Gemälde, je nach Größe, zu beschränken.

Auch hier arbeiteten die Gruppen in den ursprünglichen Konstellationen zusammen. Im Vorhinein waren die Listen aus den Magazinbesuchen, mit den Notizen der Schüler_innen ausgewertet und den Abbildungen zugeordnet worden, bis jedes Bild eindeutig bestimmt war. Alle Werke wurden dann im A4 Format ausgedruckt und den jeweiligen Gruppen ausgeteilt. Jede Gruppe hatte eine Pinnwand, auf der sie die Bilder sortieren konnten, um eine guten Überblick zu behalten.

Während der Gruppenarbeit sollten die Schüler_innen sich an den 3 Kernfragen orientieren, die anhand der Analyse von Wolfgang Mattheuers Gemälde „Hinter den Sieben Bergen“ im ersten Teil der Sitzung vorgestellt worden waren:

  1. Was ist zu sehen?
  2. Woran denkt ihr dabei?
  3. Warum denkt ihr daran?

Zudem sollten sie immer auch für sich die Frage im Hinterkopf haben: Welche Relevanz hat das Gemälde für mich heute? Schon im Magazin fiel auf, wie unterschiedlich die Schüler_innen gemeinsam Entscheidungen treffen. Dies wiederholte sich bei der Werkauswahl. Wobei alle Gruppen damit anfingen, die Werke nach den gesammelten Unterkategorien zu ordnen. Anschließend diskutierten sie angeregt mit den erstaunlichsten Argumenten:

  • „Das sieht so richtig aus wie die DDR.“   
  • „Das passt nicht zu Leben und Alltag, weil es im Alltag in der DDR keine Meerjungfrauen gab.“
  • „Das ist so voll schön fein gemalt. “
  • „Genau so einen Kittel hat meine Mutter auch noch aus der DDR.“
  • „Wir haben schon richtig viel zu Arbeit. Wir brauchen da nicht noch mehr“

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Es fiel dann auch auf, dass verschiedene Gruppen dieselben Bilder ausgewählt hatten. Es musste also verhandelt und abgewogen werden … „das ist eigentlich viel mehr Mensch & Gefühle als Leben und Alltag“ – wobei die Grenze tatsächlich nicht immer scharf zu ziehen ist. Auch kam es vor, dass der Auswahl entsprechend Unterkategorien gestrichen, ergänzt und umbenannt werden mussten: „Irgendwie haben wir gar nicht so viel zu ‚Das Schöne in der DDR‘.“

Ein weiterer Arbeitsschritt, der anstehen wird und den wir dann in der Gruppe bereits angesprochen haben, ist die Präzisierung des Ausstellungs- und der Gruppentitel, die aussagekräftig und prägnant die verschiedenen Gemälde erfassen sollen, ohne allerdings zu schulisch oder gar einschränkend zu wirken. In Form eines kleinen Brainstormings wurde die Suche nach einem neuen Ausstellungstitel angegangen. Der aktuelle Titel DDR im Blickwechsel muss nicht zwangsläufig geändert werden, aber die Schüler_innen sollten sich darin wiederfinden und wurden angeregt, auch zu Hause noch einmal darüber nachzudenken, wie ihr Ausstellung genannt und beworben werden soll. Wir werden sehen …