Über die Kniffe und Schwierigkeiten des kuratorischen Schreibens

Langsam aber sicher nähert sich das Projekt der Zielgeraden. Zwei Monate vor der Eröffnung der Ausstellung haben bei unserem letzten Treffen wieder einmal die Köpfe geraucht. Grund waren die noch immer nicht fertigen Werktexte, an denen intensiv weitergearbeitet wurde. Aus den zuerst angefertigten Rohlingen wird durch Feilen, Korrigieren, Umsortieren und Ausbessern Stück für Stück eine ausgereifte schriftliche Auseinandersetzung zwischen den Schüler_innen und den von ihnen ausgewählten Werken. Von jeder Version zur nächsten unterstützen die Mitarbeiter_innen des MdbK und die Kunstlehrerin Beate Oertel-Köpping die Jugendlichen hierbei, bis die Texte sich zunehmend ihrer endgültigen Gestalt nähern. Den Schwierigkeiten des wissenschaftlichen Schreibens zum Trotz sind im Laufe dieses Prozesses bereits sehr vielfältige und persönliche Eindrücke entstanden, die eine neue Perspektive auf die Malerei der DDR eröffnen. Einsehbar werden die Texte in einer ausstellungsbegleitenden Broschüre sein.

Neben der Textarbeit mussten einige andere organisatorische Angelegenheiten entschieden werden. Die bisherigen Arbeitstitel der Themengruppen „Gut & Böse“, „Alltag & Freizeit“, „Emotionen“ und „Landschaft“ wurden noch einmal auf ihre Aussagekraft hin diskutiert und teilweise abgeändert, konkretisiert oder erweitert. Die Logistik der Eröffnungsveranstaltung musste angesprochen werden, ebenso wie die Vorstellungen der Schüler_innen über potentielle Vermittlungsformate ihrer Ausstellung. Dafür bekommen sie zukünftig Unterstützung von dem Kunsthistoriker Sebastian Hainsch. Dieser stellte ihnen die neuen Multimediageräte des Museums vor und erklärte ihnen die veschiedenen möglichen Formate. Nach längerer Diskussion kamen die Schüler_innen zu dem Entschluss, selbstständig Audiokommentare zu den ausgestellten Werken und kleine Videosequenzen zu ihren Arbeitsgruppen anfertigen zu wollen. Die konkrete Umsetzung werden wir während der kommenden Termine besprechen. 

Außerdem haben die Schüler_innen die Möglichkeit angeboten bekommen, mit einem Radiosender zusammenzuarbeiten und somit neben Plakaten und dem Blog ein weiteres Medium der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. In mehreren Interviews sollen sie die Möglichkeit bekommen, über ihre Wahrnehmung der DDR-(Kunst-) Geschichte und ihre Eindrücke und Erfahrungen im Verlauf ihrer kuratorischen Arbeit zu sprechen. Es bleibt also weiterhin sehr abwechslungsreich und herausfordernd. Und das, während zur selben Zeit eine Menge Schulstoff und Vorprüfungen anstehen! Wir sind voller Anerkennung für das Durchhaltevermögen unserer Jungkurator_innen!