Die Ausstellung bekommt Stimmen verliehen!

Ein ereignisreiches Treffen liegt hinter uns. Während sich die Broschüre, Einladungen und Plakate inzwischen in der Druckphase befinden, konnten die Jugendlichen ihrer Ausstellung heute im wahrsten Sinne des Wortes ihre Stimme verleihen. Im selbsteingerichteten Tonstudio wurden die Aufnahmen für den ausstellungsbegleitenden Audioguide angefertigt. Alle Schülerinnen und Schüler haben hierfür einen etwa einminütigen Clip eingesprochen, in dem sie ihre ganz persönliche Meinung zu dem von ihnen beschriebenen Gemälde äußern und erklären, inwieweit sie die Werke in ihrem Blick auf die DDR beeinflusst haben. Eine aufregende Erfahrung, die die Jugendlichen souverän gemeistert haben! Nach einer kurzen Vorbereitungszeit, in der sie sich gegenseitig befragen konnten und somit ein Gefühl für das freie Sprechen entwickeln konnten, wurden mithilfe von Kunstvermittler Sebastian Hainsch alle Beiträge innerhalb weniger Stunden aufgenommen und werden nun geschnitten und gemischt. Die Besucherinnen und Besucher können sich dann von den Stimmen der jungen Kuratorinnen und Kuratoren durch die Ausstellung begleiten lassen.

Besprechung der Audio-Clips
Besprechung der Audio-Clips

Ein weiterer kleiner Höhepunkt des Tages war ein Treffen zwischen den Jugendlichen und der Radioredakteurin Maxi Konang von Radio Leipzig, die für den Sender eine Reportage über die Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler während der Ausstellungsentwicklung erstellt. Sie interessierte besonders, mit welchen Erfahrungen und Gefühlen zur DDR sie in das Projekt gestartet waren und inwieweit sich ihre Meinung über das sozialistische Land, das sie nur Erzählungen und Geschichtsbüchern kennen, durch die Auseinandersetzung mit der Kunst dieser Zeit verändert hat. Insbesondere der unachtsame Umgang mit der Umwelt habe sie negativ beeindruckt, sagte ein Schüler dazu. Aber auch, dass es auch in der DDR Alltäglichkeit und vor allem Schönes gegeben habe, da sie bisher vorrangig Tristess und Unterdrückung mit dem Land verbunden hätten. Um möglichst viele Eindrücke und Stimmen zu sammeln, wird die Radioreporterin auch zur Pressekonferenz und Eröffnungsveranstaltung kommen, bevor sie ihren Beiträg fertig stellt.

Zusätzlich standen heute wieder organisatorische Punkte an, die nebenher geklärt werden mussten. So wurde das lang geplante und diskutierte Farbgestaltungskonzept doch noch geändert. Anstelle farbiger Streifen werden die Ausstellungsabschnitte nun durch verschiedenfarbige Objektschilder kenntlich gemacht werden. Insbesondere den Malern und Malerinnen, denen somit viele Stunden des Abklebens erspart bleiben, werden über diese Entscheidung glücklich sein. Bei unserem nächsten Treffen werden wir dann auf die verschiedenen Vermittlungsformate für die Ausstellung eingehen und uns mit der Fertigstellung von Videoclips befassen. Es bleibt also abwechslungsreich bis zur Eröffnung, die wohl ebenfalls für die ein oder andere Überraschung sorgen könnte!

Erste Eindrücke aus dem späteren Ausstellungsraum
Erste Eindrücke aus dem späteren Ausstellungsraum – noch beherrscht das Weiß die Wände.